05 — Unsere Dialogformate
Verstehen, wie
Dialog entsteht.
Unterschiedliche Anliegen brauchen unterschiedliche Gesprächsrahmen. Hier erfahren Sie, was unsere Formate ausmacht, wie sie ablaufen und wann sie sinnvoll sein können.
Sie müssen das passende Format noch nicht kennen. Im ersten Gespräch klären wir gemeinsam Ihr Anliegen, die Beteiligten und die vorhandenen Gestaltungsspielräume.
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Sieben Wege zum Austausch.
Die Unterschiede auf einen Blick
World Café, Open Space oder Barcamp?
Alle drei Formate ermöglichen Beteiligung und Austausch. Die Schwerpunkte helfen bei der Orientierung; die konkrete Gestaltung richtet sich nach Ihrem Anliegen.
| Format | Wer bringt die Themen ein? | Typischer Schwerpunkt |
|---|---|---|
| World Café | Vorbereitete Leitfragen geben Orientierung. | Viele Perspektiven verbinden und Erkenntnisse zusammentragen. |
| Open Space | Die Teilnehmenden bringen Anliegen zu einem Rahmenthema ein. | Gemeinsame Aufgaben selbstorganisiert bearbeiten. |
| Barcamp | Die Teilnehmenden schlagen Sessions vor und gestalten das Programm. | Wissen, Erfahrungen und Fragen miteinander teilen. |
Moderierter Dialog
Unterschiedliche Sichtweisen miteinander ins Gespräch bringen.
Was ist das?
Ein moderierter Dialog ist ein strukturiertes Gespräch zu einem gemeinsamen Thema. Die Moderation sorgt für einen nachvollziehbaren Ablauf, faire Beteiligung und die Sicherung der Ergebnisse. Die Inhalte und Positionen bringen die Teilnehmenden ein.
Wann passt es?
Wenn Menschen oder Gruppen unterschiedliche Erwartungen haben, Fragen gemeinsam bearbeiten oder wieder miteinander ins Gespräch kommen möchten.
Wie läuft es ab?
- Anliegen, Beteiligte, Gesprächsregeln und Entscheidungsspielräume klären.
- Perspektiven sammeln, Verständnisfragen bearbeiten und gemeinsame Themen herausarbeiten.
- Offene Punkte, mögliche Absprachen und nächste Schritte festhalten.
Was kann daraus entstehen?
Ein besseres Verständnis der unterschiedlichen Interessen, klarere Fragen und gegebenenfalls gemeinsame Absprachen. Ob Vereinbarungen entstehen, hängt von den Beteiligten und ihren Handlungsspielräumen ab.
Worin liegt der Unterschied?
Die Gesprächsstruktur wird gezielt auf das Anliegen abgestimmt. Wenn ein konkreter Konflikt zwischen Beteiligten umfassend bearbeitet werden soll, kann eine Mediation der passendere Rahmen sein.
Ein möglicher Anlass: Anwohnerschaft, Gastronomie und Verwaltung besprechen, welche Belastungen bestehen und welche Fragen sie gemeinsam gestalten können.
Zur Formatübersicht ↑Barcamp
Wissen und Erfahrungen teilen. Das Programm gemeinsam gestalten.
Was ist das?
Ein Barcamp ist eine Veranstaltung, deren Programm die Teilnehmenden gemeinsam entwickeln. Sie schlagen Gesprächsrunden, kurze Impulse oder Workshops vor und bringen ihre Erfahrungen ein. Diese Einheiten heißen Sessions.
Wann passt es?
Wenn Menschen sich zu einem Themenfeld austauschen, voneinander lernen und neue Kontakte knüpfen möchten.
Wie läuft es ab?
- Themen und Sessionvorschläge sammeln und einen gemeinsamen Zeitplan erstellen.
- Sessions auswählen und mit eigenen Fragen, Erfahrungen oder Impulsen mitgestalten.
- Erkenntnisse teilen und Möglichkeiten für weiteren Austausch festhalten.
Was kann daraus entstehen?
Neue Perspektiven, geteiltes Wissen und Kontakte. Je nach Session können auch konkrete Ideen oder Arbeitsergebnisse entstehen.
Worin liegt der Unterschied?
Wie beim Open Space entsteht das Programm aus der Gruppe. Beim Barcamp steht häufig der Austausch von Wissen und Erfahrungen im Vordergrund; Open Space bündelt oft Anliegen zu einer gemeinsamen Aufgabe. Die Übergänge sind fließend.
Zur Formatübersicht ↑World Café
Viele Perspektiven zu gemeinsamen Fragen zusammenführen.
Was ist das?
Beim World Café sprechen Menschen in kleinen Tischgruppen über vorbereitete Fragen. In mehreren Gesprächsrunden wechseln sie die Gruppen und tragen Gedanken weiter. So verbinden sich unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen.
Wann passt es?
Wenn viele Menschen zu Wort kommen und gemeinsam ein Thema erkunden oder Ideen entwickeln sollen.
Wie läuft es ab?
- Thema und passende Fragen vorbereiten und den Gesprächsrahmen erklären.
- In kleinen Gruppen sprechen, Gedanken festhalten und zwischen den Runden wechseln.
- Wichtige Erkenntnisse und wiederkehrende Themen gemeinsam zusammentragen.
Was kann daraus entstehen?
Ein breites Bild der Perspektiven, neue Verbindungen zwischen Ideen und Ansatzpunkte für die weitere Arbeit. Über Entscheidungen und Umsetzung wird im vereinbarten weiteren Prozess gesprochen.
Worin liegt der Unterschied?
Die Leitfragen sind vorbereitet. Bei Open Space und Barcamp bringen die Teilnehmenden ihre Themen und Sessions selbst ein.
Zur Formatübersicht ↑Open Space
Die wichtigen Anliegen kommen aus der Gruppe.
Was ist das?
Open Space schafft einen Rahmen, in dem Teilnehmende zu einem gemeinsamen Thema selbst die Tagesordnung entwickeln. Wer ein Anliegen einbringt, lädt andere dazu ein. Die Teilnehmenden wählen, in welchen Gruppen sie mitarbeiten.
Wann passt es?
Wenn eine komplexe Aufgabe viele Menschen betrifft und deren Wissen, Initiative und Bereitschaft zur Mitgestaltung gefragt sind.
Wie läuft es ab?
- Ein gemeinsames Rahmenthema und die Spielräume für die Arbeit klären.
- Anliegen vorstellen, Arbeitsgruppen bilden und selbstorganisiert zusammenarbeiten.
- Ergebnisse dokumentieren und gegebenenfalls Verantwortlichkeiten und nächste Schritte vereinbaren.
Was kann daraus entstehen?
Die Themen, die den Beteiligten besonders wichtig sind, werden sichtbar. Daraus können gemeinsame Vorhaben und Verantwortlichkeiten entstehen.
Worin liegt der Unterschied?
Beim World Café sind die Leitfragen vorbereitet. Open Space lässt die konkreten Themen aus der Gruppe entstehen. Mit dem Barcamp teilt es die gemeinsame Programmgestaltung; der Schwerpunkt liegt häufig auf einer gemeinsamen Aufgabe.
Zur Formatübersicht ↑Zukunftswerkstatt
Vom heutigen Problem zu Ideen für morgen.
Was ist das?
Eine Zukunftswerkstatt verbindet eine Bestandsaufnahme mit kreativer Ideenentwicklung und der Vorbereitung konkreter Vorhaben. Sie gibt Kritik und Wünschen einen eigenen Platz und führt sie anschließend in mögliche Umsetzungsschritte zusammen.
Wann passt es?
Wenn eine Gruppe ihre Zukunft mitgestalten und aus Unzufriedenheit neue Möglichkeiten entwickeln möchte.
Wie läuft es ab?
- Kritikphase: Was belastet uns, was fehlt und was möchten wir verändern?
- Fantasiephase: Wie könnte eine wünschenswerte Zukunft aussehen? Zunächst dürfen Ideen ohne vorschnelle Machbarkeitsprüfung entstehen.
- Verwirklichungsphase: Welche Ideen wollen wir weiterverfolgen, was benötigen wir und wer übernimmt welche Schritte?
Was kann daraus entstehen?
Gemeinsame Zukunftsbilder, ausgewählte Ideen und erste Projektpläne. Die Umsetzung braucht anschließend Zeit, Zuständigkeiten und passende Ressourcen.
Worin liegt der Unterschied?
Die Abfolge von Kritik, Fantasie und Verwirklichung ist charakteristisch. Beim Open Space entstehen die Themen und Arbeitsgruppen aus den Anliegen der Teilnehmenden.
Zur Formatübersicht ↑LEGO® SERIOUS PLAY®
Gedanken bauen. Perspektiven sichtbar machen.
Was ist das?
Bei LEGO® SERIOUS PLAY® bauen die Teilnehmenden Modelle als Antwort auf eine Fragestellung. Sie erklären selbst, wofür ihre Modelle stehen. Die Modelle eröffnen einen anderen Zugang zu Erfahrungen, Vorstellungen und komplexen Zusammenhängen.
Wann passt es?
Wenn Teams oder Organisationen Rollen, Zusammenarbeit, gemeinsame Ziele oder Zukunftsvorstellungen erkunden möchten.
Wie läuft es ab?
- Eine klare Fragestellung einführen und den Umgang mit der Methode kennenlernen.
- Eigene Modelle bauen, ihre Bedeutung erklären und Fragen dazu beantworten.
- Je nach Auftrag Zusammenhänge oder gemeinsame Modelle entwickeln und Erkenntnisse für die weitere Arbeit festhalten.
Was kann daraus entstehen?
Sichtbare Perspektiven und ein differenzierteres Verständnis der Vorstellungen in der Gruppe. Daraus lassen sich gemeinsame Fragen und Handlungsmöglichkeiten entwickeln.
Worin liegt der Unterschied?
Der Austausch wird durch das Bauen und Erklären von Modellen unterstützt. Die Bedeutung bestimmt die Person, die das Modell gebaut hat. Eine besondere Bau- oder Gestaltungserfahrung ist dafür nicht erforderlich.
Zur Formatübersicht ↑Mediation
Einen Konflikt gemeinsam und eigenverantwortlich klären.
Was ist das?
In einer Mediation bearbeiten die Beteiligten ihren Konflikt freiwillig in einem strukturierten Verfahren. Die Mediatorin oder der Mediator unterstützt alle Seiten gleichermaßen. Über mögliche Lösungen und Vereinbarungen entscheiden die Beteiligten selbst.
Wann passt es?
Wenn ein konkreter Konflikt die Zusammenarbeit oder das Zusammenleben belastet und die Beteiligten gemeinsam an einer Klärung arbeiten möchten.
Wie läuft es ab?
- Bereitschaft, Anliegen, Vertraulichkeit und Rahmen der Zusammenarbeit klären.
- Die unterschiedlichen Perspektiven, Interessen und Bedürfnisse verstehen.
- Lösungsmöglichkeiten prüfen und gemeinsam getragene Vereinbarungen festhalten.
Was kann daraus entstehen?
Mehr Klarheit über den Konflikt und gegebenenfalls Vereinbarungen, die die Beteiligten selbst tragen.
Worin liegt der Unterschied?
Mediation ist gezielt auf die Bearbeitung eines Konflikts ausgerichtet. Ein moderierter Dialog kann auch dem Austausch, der Beteiligung oder der gemeinsamen Orientierung dienen.
Zur Formatübersicht ↑Gut zu wissen
Das Anliegen bestimmt den Rahmen.
Wie viel Zeit braucht ein Format?
Das hängt vom Thema, der Zahl der Beteiligten und dem gewünschten Ergebnis ab. Gemeinsam klären wir, welcher zeitliche Rahmen eine sinnvolle Bearbeitung ermöglicht.
Können Formate verbunden werden?
Ja. Ein Prozess kann beispielsweise mit einem World Café Perspektiven sammeln und anschließend in einer kleineren moderierten Runde nächste Schritte klären.
Wie werden Ergebnisse weitergeführt?
Vor Beginn besprechen wir, wer Entscheidungen treffen kann und wie Erkenntnisse dokumentiert und weiterbearbeitet werden. Beteiligung braucht einen nachvollziehbaren Anschluss.
Methodische Hintergründe
Zum Weiterlesen bei den Methodenentwicklern und fachlichen Informationsangeboten: